Jahresberichte aus den Ortsarbeitskreisen

Jahresbericht 2018 – Ortsarbeitskreis Bad Münstereifel

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Aktivitäten des OAK Bad Münstereifel 2018

Auch in diesem Jahr lag der Schwerpunkt unserer Pflegearbeiten im Gelände des NSG Kalkarer Moor. Inzwischen werden die großen Schilfbestände von Fachfirmen mit Raupenfahrzeugen (umgebauten Pistenbullies) durchgeführt. Diese Maschinen hinterlassen dank ihrer breiten Kunststoffketten deutlich weniger Spuren in dem weichen Moorboden als die früher eingesetzten Traktoren. Das Mähgut wird gleich beim Mähvorgang in den dafür vorgesehenen Behälter auf dem Fahrzeug geblasen und dann aus dem Moor heraus zu einer Deponiestelle am Rand gefahren, wo es später abgeholt wird. Am ersten Einsatztag in diesem Jahr hatte das Gerät eine Kettenpanne, die jedoch am nächsten Tag repariert werden konnte.

Unsere Arbeit besteht im Mähen der für das Großgerät nicht zugänglichen Randbereiche. Dort kommt die Motorsense zum Einsatz und ab Januar 2019 unser neu angeschaffter Einachs-Kreiselmäher, der uns diese körperlich anstrengende Arbeit etwas erleichtern wird. Das Mähgut müssen wir aber auch dann immer noch von Hand heraustragen und am Rand aufhäufen. Außerdem wachsen in jedem Jahr die Stockausschläge so stark nach, dass wir diese ebenfalls beseitigen müssen, um die offene Fläche zu frei zu halten.Die Tätigkeit in der frischen Luft macht den Helfern viel Spaß. Allerdings wäre es wünschenswert, wenn bei den Arbeiten mehr fleißige Hände mithelfen könnten, denn wir haben nach jedem Einsatz das Gefühl wir werden nie fertig mit diesen Aufgaben.

Die finanzielle Entschädigung, die wir für die Erledigung des Pflegeauftrags im Kalkarer Moor erhalten, brauchen wir für die Aufsichten während der Öffnungszeiten der Ausstellung im Werther Tor. Hier verdienen sich Schüler ein kleines Taschengeld, indem sie drei Stunden an Sonn- und Feiertagen aufpassen, dass nichts beschädigt wird.

Das Werther Tor “in Schuss” zu halten, ist eine aufwändige Angelegenheit. Dazu gehören: Organisation der Aufsichten, Betreuung des KNU-Schaukastens, Pflege des Kräutergartens und des Zugangs, Winterwartung um Rohrbruch durch Frost zu vermeiden, Besorgung von Informationsmaterial für Kinder und Erwachsene und Verteilung auf die Auslagen, Reinigung der vier Etagen vor Beginn der Öffnungssaison, Kontaktpflege mit der Stadtverwaltung wegen Renovierungs- und Brandschutzmaßnahmen, Mitarbeit im Kreis Münstereifeler Museen. Die Aufzählung ließe sich noch weiter fortsetzen.

Obwohl diese Tätigkeiten keine eigentliche Naturschutzarbeit darstellen und bei nachlassender Resonanz und Mitgliederschwund oft frustrierend wirken, sind sie für uns wichtig, denn die Ausstellung im Werther Tor, ein “Aushängeschild” für den gesamten KNU, ist immer noch ein Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste der Stadt. Besonders bei bei Veranstaltungen wie dem Eifeler Kräutertag und dem Kinderfest von Tor zu Tor stellen die Besucher fest, dass wir mit unserem ehrenamtlichen Einsatz viel schaffen und geschafft haben. Bewunderung erhalten dabei vor allem das große mit Kindern gebastelte Insektenhotel und das dreidimensionale Geländemodell mit typischen Biotopen der Eifel. Bei diesen Festen ist das Werther Tor ganztägig geöffnet, und wir bauen dann mit Kindern Nisthilfen für Vögel und Insekten. Wir merken dabei, dass Kinder wie Erwachsene zunehmend besorgt sind wegen des spürbaren Rückgangs der Insektenpopulation.

Bereits im Jahr 2016 sind wir durch Schenkung in den Besitz eines 780 m² großen Grundstücks in Eicherscheid gekommen. Es ist als Grünland eingetragen und liegt im Hang östlich vom Ort am alten Triftweg. So entgeht diese Stelle dem Schicksal anderer Parzellen, die dort als stark überweidete Pferdekoppeln genutzt werden. Da es aber sehr mit Schlehen und Weißdornhecken zuwächst, schneiden wir regelmäßig die Stockausschläge zurück und erweitern die offene Wiesenfläche in Absprache mit dem Besitzer des oberhalb liegenden Grundstücks, um Platz für Blumen und Gräser zu schaffen.

Am 8. Oktober 2017 verstarb unser Mitglied Gebhard Lingscheidt aus Eschweiler. Durch seine Hilfsbereitschaft bei unseren Einsätzen in Iversheim, Kalkar und am Steinbruch im Eschweiler Tal erleichterte er uns mit seinem Traktor die Arbeiten sehr. Nach unserem Silvestereinsatz 2017, den wir in Erinnerung an ihn auf “seinem” Pflegegebiet bei Eschweiler durchführten, fand der Ausklang des Einsatzes in der Scheune seines Hofes statt. Dabei war es gut für uns zu erfahren, dass Sohn Manfred die Arbeiten seines Vaters fortsetzen wird.

Leider mussten wir unseren für März 2018 vorgesehenen Obstschnitt-Termin wegen ungünstigen Wetters absagen. Im kommenden Jahr ist jedoch wieder ein Termin vorgesehen. In Zusammenarbeit mit Renette führen wir diese Schnittkurse durch und pflegen dabei nach und nach Obstwiesen auf städtischen Flächen.

Unsere monatlichen Versammlungen finden an jedem ersten Dienstag im Monat (außer Januar) um 19.30 Uhr statt; von April bis Oktober in unserem Versammlungsraum im Werther Tor, von November bis März im CaféT in der Werther Straße.

Norbert Liebing, 10.12.2018

Ortsarbeitskreis Zülpich: Jahresbericht 2016

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An drei Beispielen möchten wir über unsere Naturschutzarbeit im Jahr 2016 berichten:

Bebauungspläne der Stadt Zülpich

Im zu Ende gehenden Jahr haben wir zu den folgenden Bebauungsplänen der Stadt Zülpich Stellungnahmen verfasst:

  • Zülpich „Steinfelder Straße“
  • Zülpich-Ülpenich „Eifelblick“
  • Zülpich-Dürscheven „Heidegarten“
  • Zülpich-Mülheim-Wichterich „Im Sonnenfeld“
  • Zülpich „Bachsteinweg“
  • Zülpich „Römergärten“
  • Änderungsverfahren „Ülpenich-West“.

Wir haben unter anderem vorgetragen, dass nach Maßgabe des Baugesetzbuches mit der nicht vermehrbaren Ressource „Grund und Boden“ sparsam und schonend umgegangen werden soll und zur Verringerung der zusätzlichen Inanspruchnahme von Flächen vorrangig die Möglichkeiten der Nachverdichtung und Baulückenschließung zu nutzen sind. Auch der Landesentwicklungsplan und der Regionalplan stellen in ihren Zielen die umweltpolitische Verantwortung der Kommunen ausdrücklich heraus und verpflichten sie, eine weitere Überbauung und Versiegelung auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Das erfordert jedoch, dass sich die jeweilige Bauleitplanung am konkreten Bedarf orientiert. Diese Voraussetzung ist aber für einige Bebauungspläne nicht erfüllt. Sie wurden unseres Erachtens ins Ungefähre und Blaue hinein aufgestellt.

Wir haben daher beantragt, bei den weiteren Planungen sowohl die gesetzlichen Vorgaben als auch die verbindlichen landesplanerischen Ziele zu beachten.

Kompensationsdauer

In Stellungnahmen zu verschiedenen Planungen haben wir häufig das Thema „Kompensationsdauer“ aufgegriffen. Im Laufe der Jahre hat sich nämlich beim Ausgleich von Eingriffen in den Naturhaushalt eine Praxis eingeschlichen, die dazu führt, dass die Zeitschere zwischen Eingriffs- und Kompensationsdauer immer weiter zu Lasten von Natur und Landschaft auseinanderklafft. Im Rahmen der Anhörung der Naturschutzverbände zum geplanten neuen Landesnaturschutzgesetz haben wir daher über das Landesbüro der Naturschutzverbände Folgendes vorgetragen:

„Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Dauer der Eingriffe in den Naturhaushalt und die Laufzeit der dafür festgesetzten Kompensationen zeitlich nicht auseinanderdriften. Da fast alle Eingriffe (u. a. Straßen- und Wohnungsbau, Errichtung von Industrie- und Windenergieanlagen) zeitlich unbegrenzt wirken, kann ein naturschutzrechtlicher Ausgleich, der z. B. nach einer vertraglichen Laufzeit von 20, 25 oder 30 Jahren endet, nicht akzeptiert werden. Die Selbstverständlichkeit eines zeitlichen Gleichklangs von Eingriff und Ausgleich wird auch durch die Rechtsprechung bestätigt. Danach muss die Dauer des Ausgleichs dem Umstand Rechnung tragen, dass auch die Eingriffe in Natur und Landschaft zeitlich nicht befristet sind. Somit sind nur solche Ausgleichsverpflichtungen rechtskonform, die auf Verträgen mit einer unbegrenzten Laufzeit und einer unbefristeten Maßnahmenfinanzierung beruhen. Andere Rechtskonstruktionen würden im Laufe der Zeit zu einem krassen Missverhältnis und letztlich zu einer Aushöhlung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung führen.“

Wir haben beantragt, eine Vorschrift in das Landesnaturschutzgesetz aufzunehmen, welche die Dauerhaftigkeit von Kompensationsmaßnahmen eindeutig sicherstellt.

Windenergieanlagen (WEA) auf dem Gebiet der Stadt Zülpich

Nachdem wir uns schon mehrfach mit Planungen zur Errichtung von WEA auseinandergesetzt haben, hat die Stadt Zülpich nun einen weiteren Standort westlich von Zülpich-Füssenich ins Auge gefasst. Wir haben stets dargelegt, dass Stellungnahmen zu WEA für die Naturschutzverbände ein Spagat sind. Denn einerseits treten wir für die Förderung regenerativer Energiequellen ein, sind aber gleichzeitig gehalten, die Belange des Natur- und Artenschutzes und der Landschaftsästhetik zu vertreten.

Der bei Zülpich-Füssenich geplanten Windkraftkonzentrationszone haben wir aus folgenden Gründen nicht zugestimmt:

Eine Artenschutzprüfung, die diesen Namen verdient, setzt zunächst voraus, dass die im Plangebiet vorkommenden Vogelarten zumindest überschlägig ermittelt werden. Nach unserer Kenntnis hat aber eine Kartierung der Brutvogelbestände bisher nicht stattgefunden. Die belegten Artvorkommen beruhen auf lückenhaften und zeitlich zurückliegenden Informationen Dritter, die eine aktuelle Bestandserfassung nicht ersetzen können. Neben anderen planungsrelevanten Arten ist auch die Grauammer ins Blickfeld zu nehmen. Ihr landesweiter Brutbestand belief sich in den letzten Brutperioden auf nur noch 150 bis 200 Paare. Die in der Zülpicher Börde verbliebene Restpopulation liegt an der Schwelle ihrer Überlebensfähigkeit. In der „Roten Liste NRW“ ist die Grauammer inzwischen in die Kategorie „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Aufgrund dieser prekären Situation muss jedes einzelne Individuum erhalten werden, da jedwede Schwächung zum vollständigen Erlöschen der Population führen kann.

Im Jahr 2015 haben in der Neffelbachaue bei Zülpich-Juntersdorf drei Rohrweihenpaare gebrütet. Der vorgesehene Standort bei Zülpich-Füssenich ist von ihren Brutplätzen etwa einen Kilometer entfernt und gehört zu den unverzichtbaren Nahrungsrevieren der Weihen. Der Betrieb von WEA im Nahbereich der Rohrweihenbruten wäre daher mit einem erheblichen Kollisions- und Tötungsrisiko für diese nach europäischem Recht streng geschützte Greifvogelart verbunden.

Wenn auch durch Erlasse und Richtlinien des Landesumweltministeriums der Artenschutz immer stärker in den Hintergrund gedrängt wird, so gibt es doch Konstellationen, in denen eine Abwägung der konkurrierenden Belange zu Gunsten der bedrohten Tierwelt ausfallen muss.

Carl Friedrich Jacobs

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